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"Oft ist das Leben ein Tod [...] und der Tod ein besseres Leben"
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Die Themen Mord und Selbstmord im Werk des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz wurden bisher - trotz seiner bekannten Verbindung zu Goethes Werther - nicht umfassend erforscht. Die Verfasserin legt dar, dass sich Lenz' Auffassung von Selbstmord in drei Phasen entwickelt (Frühphase bis 1768, die Straßburger Jahre und das Spätwerk ab 1779). Während seiner Zeit in Straßburg formuliert Lenz eine neue, überraschende Perspektive: Die Selbstmorde seiner Charaktere sind im Kontext seiner Theologie des freien Willens zu betrachten, da sie dabei dem göttlichen Gebot des Handelns nachkommen und nicht zufällig Merkmale Christi tragen. Zudem lässt sich an den Fällen von Selbstmord Lenz' komplexes Verhältnis zum französischen Materialismus untersuchen. Obwohl er kritisch gegenüber den Materialisten wie Paul Thiry d'Holbach eingestellt ist, übernimmt er einige von Holbachs Vorstellungen aus dessen Werk "System der Natur" und kombiniert sie mit christlichen Aspekten. Das Mordmotiv spiegelt - vergleichbar mit der Giftmetapher bei Rousseau - die Fragilität der sozialen Ordnungen wider und übt Kritik an einem falsch verstandenen Rationalismus der Aufklärung.
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Die Themen Mord und Selbstmord im Werk des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz wurden bisher - trotz seiner bekannten Verbindung zu Goethes Werther - nicht umfassend erforscht. Die Verfasserin legt dar, dass sich Lenz' Auffassung von Selbstmord in drei Phasen entwickelt (Frühphase bis 1768, die Straßburger Jahre und das Spätwerk ab 1779). Während seiner Zeit in Straßburg formuliert Lenz eine neue, überraschende Perspektive: Die Selbstmorde seiner Charaktere sind im Kontext seiner Theologie des freien Willens zu betrachten, da sie dabei dem göttlichen Gebot des Handelns nachkommen und nicht zufällig Merkmale Christi tragen. Zudem lässt sich an den Fällen von Selbstmord Lenz' komplexes Verhältnis zum französischen Materialismus untersuchen. Obwohl er kritisch gegenüber den Materialisten wie Paul Thiry d'Holbach eingestellt ist, übernimmt er einige von Holbachs Vorstellungen aus dessen Werk "System der Natur" und kombiniert sie mit christlichen Aspekten. Das Mordmotiv spiegelt - vergleichbar mit der Giftmetapher bei Rousseau - die Fragilität der sozialen Ordnungen wider und übt Kritik an einem falsch verstandenen Rationalismus der Aufklärung.
